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Windows 10 Build 10130: Neue Einblicke ins System

Windows 10 Build 10130
Windows 10 Build 10130: Sprachassistent Cortana funktioniert nun per Tastenkürzel und die Taskbar ist standardmäßig nicht „global“.

Über die Update-Funktion in Windows 10 hat Microsoft kürzlich eine frische Version des kommenden Windows-8-Nachfolgers veröffentlicht. Die bietet einige Neuerungen.

Das Startmenü lässt sich umfangreicher individualisieren, etwa im Vollbild-Modus ausführen und welche Verknüpfungen neben dem Power-Button erscheinen. Darüber hinaus integriert Microsoft zahlreiche neue Programmicons, um Versionen für Mobile und Desktop optisch anzugleichen. Die sogenannte Jump List (Rechtsklick) bekommt eine an das Betriebssystem angepasste Optik spendiert. Weiterhin implementiert Microsoft Cortana in den neuen Browser Edge; der Sprachassistent ist übrigens jetzt per Tastenkürzel startbar – einfach Windows-Taste und C drücken. Cortana, Favoriten und Leseliste lassen sich in Edge per Pin-Funktion am Rand dauerhaft anheften. Nach einer Testphase ist die Taskbar nun standardmäßig an einem Gerät gekoppelt – lässt sich aber auch „global“ (an anderen verwendeten Windows-10-Geräten) übertragen. Alle weiteren Neuerungen hat Microsoft in einem Blogeintrag zusammengefasst.

Meine Meinung: Mir gefällt gut, dass Microsoft die Nutzer bei der Entwicklung des Betriebssystems mit einbezieht – die aktuelle Build 10130 bietet interessante Neuerungen. Ich selbst will Windows 10 aber erst in fertiger Version ausprobieren. Sofern man überhaupt von „fertig“ sprechen kann: Microsoft will ja bekannterweise regelmäßig per Update am Betriebssystem arbeiten.

Windows 10 ohne WMC: Wenn alte Zöpfe plötzlich verschwinden

Während der ereignisreichen Microsoft Build 2015 und kurz danach gab es viele Neuigkeiten zum kommenden Betriebssystem Windows 10. Unter anderem will Microsoft das Windows Media Center (kurz WMC) einstellen. Das hat Gründe und Folgen. Ein Kommentar dazu.

Zunächst etwas zur Historie: Das WMC kam als Neuerung mit Windows XP beziehungsweise war Bestandteil vom 2003 erschienenen Windows XP Media Center Edition. Bis zum Release von Windows Vista gab es zwei größere Updates des WMC. Dann folgten Versionsupdates, die vorrangig die Software an damals neuen Technologien anpassten, etwa die Unterstützung von 16:10- und 16:9-Bildschirmen, von Satellitenfernsehen und des H.264-Codecs für HDTV. Das Windows Media Center sollte als Betriebssystem für Wohnzimmer-PCs dem Markt neuen Schwung geben – und Microsoft wollte davon profitieren. Blöd für den Software-Riesen war nur, dass die Windows-Nutzer dem Windows Media Center eher wenig Beachtung schenkten. Die mäßige Nutzung rechtfertigte nur geringe Ressourcen in die Entwicklung des Programms. Statt mit neuen Ideen und Funktionen dem Windows Media Center frischen Atem einzuhauchen und es wieder attraktiver zu machen, setzte es förmlich Staub an. Bei Windows 8 separierte Microsoft deshalb das WMC und bot es als Download an – anfangs kostenlos, später nahm das Unternehmen rund 10 Euro für die Software. Klar, dass das Interesse weiter sank.

Wie mit anderen mehr oder weniger würdevoll gealterten Microsoft-Programmen setzt der neue Microsoft-Chef und Steve-Ballmer-Nachfolger Satya Nadella bei Windows 10 die Schere scharf an, trennt alte Zöpfe und macht seine Vision zur Wirklichkeit: „Windows 10 ist nicht einfach ein neues Windows, sondern eine neue Generation von Windows“, läutete Nadella die Build-Konferenz ein. Starke Worte. Doch während es für den in Rente geschickten Internet Explorer mit Microsoft Edge bereits einen Erben gibt, bleibt das Windows Media Center ohne Nachfolger. Das Kritische dabei: Der Windows Media Player und das WMC sind software-seitig eng miteinander verknüpft. So liefert das Windows Media Center bestimmte Codecs, die der Windows Media Player mitbenutzt, aber selbst nicht enthält. Folglich kann Windows 10 mit Bordmitteln etwa Film-DVDs nicht wiedergeben. In Zeiten, in denen das Streamen von Multimedia-Inhalten immer mehr Verbreitung findet, ist der Schritt nachvollziehbar. Aber sicher nicht für jeden …

Vergisst Microsoft etwa seine Anhänger, die von Anfang an dabei waren, und deren Gewohnheiten es nun abrupt ändern will? Nein, zum Glück aller Beteiligten nicht. Denn Microsoft hat angekündigt, einen Ersatz bereit zu stellen. Damit ist jedoch kein WMC-Nachfolger gemeint, sondern die Möglichkeit, Film-DVDs wiederzugeben. Wann die kommt und was sie gegebenenfalls kostet, ließ das Unternehmen bislang offen. Bis zum Windows-10-Start ist ja auch noch etwas Zeit.

Windows 10 ist aller Wahrscheinlichkeit nach kein schlichter Fensterputz (Vorsicht, Wortspiel), sondern das nächste große Ding in der Software-Welt – davon bin ich schon jetzt überzeugt. Die vermutlich schwierigste Herausforderung dabei ist, das Gleichgewicht zu halten. Wie viel Bewährtes kann Microsoft wie stark modifizieren oder neu entwickeln, um neue Kunden zu gewinnen und treue Fans nicht zu vergraulen? Das Windows Media Center ist nur ein Beispiel, nur ein alter Zopf. Aufregend, wie wohl die fertige „Windows-10-Frisur“ ausschauen wird.

Microsoft Build 2015: Viel Code & echte Highlights

Microsoft Build 2015
Microsoft nutzt die Build 2015, um frische Einblicke in Windows 10 zu geben.

Die eigene Entwicklerkonferenz Build nutzt Microsoft seit eher, um Software-Herstellern Einblicke in aktuelle Produkte und Projekte zu geben. Zum Auftakt der diesjährigen Build (29.4. bis 1.5.2015) begrüßte Microsoft-Chef Satja Nadella die geladenen Gäste mit erreichten Meilensteinen und Visionen: Die Windows-Firma will bis 2018 das neue Betriebssystem auf eine Milliarde Geräte installiert haben. Windows 10 ist anders als die Betriebssysteme von Apple (Mac OS, iOS) und Google (Chrome OS, Android) eine Software, die auf stationären und mobilen Geräten funktioniert. Es soll einen gemeinsamen App Store geben; für Business-Kunden wird ein separater Store eingerichtet, der zusätzliche Bezahlmöglichkeiten unterstützt. Dass Apple- und Android-Apps unter Windows 10 lauffähig sein werden (dank Visual Studio), bedeutet ein großer Fortschritt für die Nutzer. Microsoft stellte darüber hinaus neue Funktionen des Lockscreens vor: Der bietet – sofern die entsprechende Option aktiviert ist – Hilfen zu bestimmten Windows-10-Funktionen an, beispielsweise für die Sprachsteuerung Cortana.

Lange Zeit war der Nachfolger des Internet Explorers unter dem Projektnamen Spartan bekannt. Auf der Build 2015 verriet Microsoft nun den offiziellen Namen: „Microsoft Edge“ (kurz: ME) heißt der neue Browser, der mit vielen Möglichkeiten der Individualisierung Nutzer locken soll und Cortana integriert hat.

Zum Abschluss der 2,5-stündigen Keynote präsentierte Microsoft erneut seine VR-Brille HoloLens. Dieses mit zahlreichen Sensoren gespickte Gadget lässt die reale und digitale Welt miteinander verschmelzen. Ein Microsoft-Mitarbeiter rüstete die Bühne dank HoloLens mit Skype-Fenster, Outlook-Kalender und Videoplayer aus, die er frei an einer echten Wand heftete. Die VR-Brille diente auch als Lernhilfe für Studierende und als Co-Prozessor für einen kleinen Roboter. Große Unternehmen wie Walt Disney oder die NASA bekundigten bereits ihr Interesse an HoloLens.

Meine Meinung: Ich bin sehr gespannt auf Windows 10, denn es soll mein angestaubtes Windows 7 in Rente schicken. Spieler hat Microsoft mit dem neuen DirectX eh schon an der Angel. Ich hoffe, dass sich das neue Betriebssystem aber auch mit anderen Merkmalen qualifiziert und ein würdiger Windows-8/8.1-Nachfolger wird. Wie sich neue Software-Bestandteile wie der IE-Nachfolger Microsoft Edge gegen die etablierte Konkurrenz schlägt, ist noch mal ein eigenes Kapitel. Das Konzept „persönlicher Browser“ ist zumindest ansprechend. Der VR-Brille von Microsoft stehe ich allerdings skeptisch gegenüber: Ja, sie ist eine tolle Erfindung und sicher eine Bereicherung für uns. Ich fürchte nur, dass man mit der HoloLens womöglich mal komplett in die virtuelle Welt eintaucht – und die Realität um sich herum vergisst …

Die Keynote -Highlights im 3,5-Minuten-Video.