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Intel Future Showcase 2015: Alle Highlights

Beim Intel Future Showcase (7. Mai 2015, Berlin) gab der bekannte Prozessorhersteller Einblicke in kommende Technologien, die unser Leben bereichern – oder als Prototyp in irgendeiner Schublade enden. Bei keinem vorgestellten Gerät oder Vorserienprodukt glaube ich persönlich an letzterem Fall. Dieses Jahr standen Neuheiten aus dem SmartHome- und Wearable-Bereich im Mittelpunkt. Daneben gab es Neues aus dem Intel-NUC-Umfeld.

Außerdem feiert 2015 das Moore’sche Gesetz sein 50-jähriges Jubiläum. Erschaffen hat es der Chemiker, Physiker und Intel-Mitbegründer Gordon E. Moore. Das Gesetzt besagt, dass sich die Anzahl der Transistoren in einem Mikrochip alle 24 Monate in etwa verdoppelt. Mit neuen Techniken (Lithographie, 3D-Tri-Gate-Transistoren) gelang es Intel bisher, das Gesetz einzuhalten und nicht an physische Grenzen zu stoßen. Rund 1,3 Milliarden Transistoren vereint die fünfte Generation der Core-Prozessoren (14 Nanometer) auf einer Fläche von 131 Quadratmillimetern.

AscTec-Drohne (1)

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Diese Drohne von AscTec fliegt dank Intel RealSense-Technik durch die Lüfte, ohne mit einem Gegenstand oder Lebewesen zu kollidieren. Dem Start-up nach soll das Gerät ausdrücklich nicht für militärische Zwecke dienen. Bei Bedarf lässt sich beispielsweise eine Action-Cam an der Drohne anbringen für spektakuläre Luftaufnahmen.

Apple Watch – ein Wearable auf Zeit

Viel wurde bereits über Apples neuestes (Must-have-)Produkt geschrieben. Reviews, Tests, Meinungen von Apple- und auch von Android-Nutzern. Und meist lautet der Tenor in etwa so: hübsches Spielzeug, aber zu teuer und zu wenig Nutzen. Ich hatte bereits eine Apple Watch am Handgelenk und stimme der vorigen Aussage in Teilen zu. Hier möchte ich aber auf einen weiteren, oft übersehenden Punkt eingehen – auf die Zeit.

Eins muss man Apple ja lassen: Ob MacBook, iPhone oder die neue Apple Watch – in puncto Design macht dem Hersteller so schnell keiner was vor. Die smarte Uhr ist wirklich ein schickes Accessoire und ein echter Blickfang. Ich hab mich beim Tragen der Apple Watch (die normale Variante und die Sport-Version) selbst erwischt, wie Gefühle des Verlangens über mich kamen. Zum Glück bin ich Realist genug, um mich davon nicht blenden zu lassen. Mindestens 400 Euro nimmt Apple für seine Watch, die ohne weiteres Apple-Gerät (iPhone oder iPad) kaum smarter als ist einer der trendigen Selfie-Sticks. Denn wie die mobilen Stative für Selbstporträts leistet die Apple Watch ohne gekoppeltes Smartphone nicht wesentlich mehr als ein herkömmlicher Chronometer. Dafür geht der Apple Watch nach nicht mal einem Tag die Puste aus und muss an die Ladestation. Wenig smart. Die Bedienung gelingt per Touchscreen oder der sogenannten Digital Crown. Ein geschickter Ansatz, wenngleich er nicht so intuitiv wirkt wie die Steuerung beim iPhone oder iPad. Auch wenig smart. Und dann gibt es bereits die ersten „Skandale“ um die Apple Watch: Scratchgate und Tattoogate, bei denen das Gehäuse – vor allem bei der normalen Apple Watch – besonders kratzanfällig und die Funktionalität des Wearables bei tätowierten Menschen eingeschränkt ist. Sie ahnen, was an dieser Stelle stehen sollte.

Wie anfangs geschrieben geht es hier aber weniger darum, ein Produkt schlecht zu machen. Die Apple Watch könnte tatsächlich DIE Smartwatch sein, die den ganzen Markt richtig in Schwung bringt und die aktuelle Fragmentierung in Fitness-Armbänder und Smartwatches auflöst. In der Vergangenheit gelang dies Apple mehrfach – mit dem iPod, dem iPhone und dem iPad. Warum also nicht auch bei der Apple Watch? Ich denke, Apples Plan wird aufgehen. Mit der Zeit. Beziehungsweise mit einer „Apple Watch 2“, die die Kinderkrankheiten der ersten Generation vergessen lässt. So betrachte ich die aktuelle Apple Watch als ein Wearable auf Zeit, das sicher seine Käufer findet, aber erst mit dem Nachfolger ein echter Erfolg wird.

Ich selbst bin übrigens Android-Nutzer; das sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Ich gestehe aber, dass ich von einigen Apple-Produkten angetan bin. Dennoch bleibe ich (vorerst) standhaft. Denn wenn ich für ein MacBook, iPhone oder eine Apple Watch ein kleines Vermögen ausgeben muss, erwarte ich halt auch ein perfektes Produkt. Wenn ich das vielleicht erst mit einer zweiten oder dritten Gerätegeneration bekomme, kann ich warten. Ich habe Zeit.