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Messen stressen …

Wer die Überschrift liest und nun meint, ich lästere über traditionelle Technikmessen wie CeBIT, IFA & Co., irrt. Zum einem gibt es mehrere Perspektiven zu einer Messe – als Besucher, als Journalist, als Aussteller, als Veranstalter, die vor Ort staunen, berichten, präsentieren, werben; jede genannte Gruppe hat eine andere Zielsetzung. Zum anderen bestimmen Messethema beziehungsweise -trends sowie die Fülle an Neuheiten wesentlich den Stressfaktor und das Fazit. War Messe XY relevant genug? Lohnt es sich, im nächsten Jahr erneut den Stress um eine bestimmte Messe auf sich zu nehmen? Weil mit der letzten Frage Substantiv und Verb aus der Überschrift gefallen sind, ist es an der Zeit, dass die Kolumne beginnt.

Vorweg: Mit Messen meine ich in diesem Fall nicht nur mehrtägige große Veranstaltungen in riesigen Messehallen, sondern etwa auch Events einzelner Hersteller, beispielsweise die Google I/O. Letztere fand erst kürzlich wieder statt. Es ist Googles Entwicklermesse, die den Schwerpunkt auf Software legt. 2015 erscheint mit Android M die nächste Version des Google-Mobilbetriebssystems. Auf der I/O gab es schon mal einen Vorgeschmack mit Neuerungen zur Bedienung sowie Integration von Sicherheitsstandards (Stichwort Fingerprint) besonders in Hinblick auf den Bezahldienst Android Pay. Außerdem wurden Brillo als Betriebssystem für IoT-Produkte und Google Fotos als vielversprechenden Konkurrenten für Apples Foto-Anwendung vorgestellt. Technikredakteure wie mich packt bei den genannten Ankündigungen die Neugier. Den (Feier-)Abend am PC zu verbringen, schnelle Berichterstattung abzuliefern – diesen Stress nehme ich dann schon mal gerne auf. Denn dieser Stress ist für mich im Großen und Ganzen positiv.

Wie empfindet aber der gemeine „Nicht-Techie“ ein Event wie die Google I/O – besonders 2015, indem es keine neue Hardware zu sehen gab und keine weitere Neuvorstellung aktuell so richtig greifbar ist? Vermutlich genervt, weil er oder sie mehr erwartet hatte und die Zeit lieber (verständlicherweise) sinnvoller genutzt hätte. Ist „genervt“ nicht irgendwo auch Stress – und zwar negativer!? Meiner Meinung nach ja.

Ich empfand nämlich erst kürzlich genauso, genauer waren es sehr gemischte Gefühle bezüglich Messen/Events. Denn in den vergangenen Wochen gab eine Veranstaltung der nächsten die Klinke in die Hand: So fand Ende Mai (25.-27.5.) die erste Asia-Ausgabe der CES statt, gefolgt von der bereits erwähnten Google I/O (28.-29.5.) und der Computex in Taipeh (2.-6.6.). Morgen startet Apple seine Hausmesse WWDC, bis nach einer kurzen Pause die Spielewelt gespannt auf die E3 wartet (16.-18.6.).

Während ich zu Beginn schrieb, dass für mich eine einzelne Messe positiv stressig ist, sorgen Messeneuheiten am Fließband für eine gewisse Reizüberflutung – für negativen Stress. (Das ist auch der Grund, warum ich in letzter Zeit wenig aktiv auf meinem Blog war.) Ich persönliche freue mich daher sehr auf eine kleine Messepause, bis es dann im Spätsommer/Herbst heiter weitergeht. Dann findet die Gamescom in Köln und die IFA in Berlin statt – beides spannende Messen, die ich in der Vergangenheit bereits ein paar Male besuchte. Wenn es soweit ist, gibt es hier natürlich einen Report – einen stressfreien, versteht sich.