Kategorie-Archiv: Kolumnen

Meine E3-Highlights 2015

Wer ist vielleicht noch nicht wusste: Die amerikanische und global wohl wichtigste Spiele-Messe E3 ist ausschließlich für Fachbesucher – das deutsche Gegenstück, die Gamescom (6.-9.8.2015), hingegen öffnet auch für Cosplayer und Zocker. Erfahrungsgemäß zünden die Spieleschmieden auf der E3 ein wahres Feuerwerk an Neuheiten und Ankündigungen. So auch dieses Jahr. Meine Highlights …

… berühren mich zu 50 Prozent gar nicht erst! Doch zwei meiner insgesamt vier Highlights sind so bedeutend, dass ich sie trotzdem zu den E3-Höhepunkten zähle. Beide sind zudem keine Spiele, sondern Hard- beziehungsweise Software. Anfassbar und damit Hardware im klassischen Sinn sind die neuen Grafikkarten von AMD. Davon gab es gleich zwei frische Produktserien: nämlich den dem Namen nach R7/9-200er-Nachfolger, die R7/9-300er-Reihe, sowie die R9 Fury getauften Oberklassemodelle. Während erstgenannte alte Chips mit neuen Namen, leicht erhöhten Taktraten und teils mehr Speicher sind, ist R9 Fury der wahre Geniestreich. Erstmals setzt AMD auf die Speichertechnik HBM statt GDDR5 und strebt damit eine erhöhte Bandbreite an. Toll ist außerdem, dass entsprechende Grafikkarten vergleichsweise kurz ausfallen werden. Mit der angekündigten R9 (Fury) Nano will der Hersteller gerade mal 15 Zentimeter kurze Pixelbeschleuniger bauen – optimal für kompakte Gaming-Maschinen. So faszinierend wie ich die neuen Grafikkarten einerseits finde, genauso lassen sich mich andererseits kalt. Denn mit meinem aktuellen Modell (R9-280X) bin ich noch zufrieden, zudem will ich nach längerer Nvidia-Pause bei der nächsten Grafikkarte zu einer grünen greifen.

Auch superspannend: Microsoft macht seine aktuelle Spielekonsole Xbox One abwärtskompatibel! Ältere Xbox-360-Spiele werden sich auf der neuen Konsole wiedergeben lassen. Eine echte Knallermeldung – und ein Seitenhieb gegen Sony: PlayStation-4-Zocker träumen weiterhin auf eine ähnliche Ankündigung für ihre Lieblingskonsole. Warum mich das aber leider nicht wirklich kümmert? Ich bin PC-Spiele. Eine aktuelle Konsole besitze ich nicht. Und daran wird sich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit nichts ändern.

Die 50 Prozent beziehungsweise die zwei E3-Highlights, auf die ich mich besonders freue, heißen „Anno 2205“ und „Hitman“. Beide verbindet eine tolle Präsentation auf der E3. Beide sind jeweils der sechste Teil der Serie. Beide bieten auf ihre Art und Weise eine unglaubliche Spieltiefe. Beide sind eher so Spiele, die kaum jemand auf den Zettel hat und die dann mit Gameplay, Story und/oder Technik in Tests glänzen. Und das Beste: Beide sollen noch in diesem Jahr erscheinen. Auf welchen der beiden Titel ich mich am meisten freue? „Hitman“! Die Macher wollen die Spieleserie um den eiskalten Auftragskiller neu starten. Alles auf Anfang, alles anders: eine offene und stetig wachsende Spielwelt, Duelle mit anderen Spielern übers Internet. Der Spieleserie tut das sicher gut, auch wenn eine Fortsetzung mit weniger drastischen Änderungen bestimmt genauso positiv von den Fans aufgenommen würde.  Die Aufbausimulation „Anno 2205“ schickt den Spieler auf Entdeckungsreise zum Mond, der dem Trailer nach besiedelbar ist. Das Zukunftsszenario kam schon beim Vorgänger „Anno 2070“ gut an und hat dank des größeren Zeitsprungs mehr Spielraum für abgefahrene Technologien innerhalb der Simulation.

Beide Spiele sind übrigens vorbestellbar — dazu habe ich mich allerdings noch nicht hinreizen lassen. Vorher möchte ich mehr sehen, und übe mich bis dahin in Geduld. Die Gamescom, die anders als die E3 nicht Fachbesuchern vorbehalten ist, startet ja schon bald.

:-) :-) :-)

Messen stressen …

Wer die Überschrift liest und nun meint, ich lästere über traditionelle Technikmessen wie CeBIT, IFA & Co., irrt. Zum einem gibt es mehrere Perspektiven zu einer Messe – als Besucher, als Journalist, als Aussteller, als Veranstalter, die vor Ort staunen, berichten, präsentieren, werben; jede genannte Gruppe hat eine andere Zielsetzung. Zum anderen bestimmen Messethema beziehungsweise -trends sowie die Fülle an Neuheiten wesentlich den Stressfaktor und das Fazit. War Messe XY relevant genug? Lohnt es sich, im nächsten Jahr erneut den Stress um eine bestimmte Messe auf sich zu nehmen? Weil mit der letzten Frage Substantiv und Verb aus der Überschrift gefallen sind, ist es an der Zeit, dass die Kolumne beginnt.

Vorweg: Mit Messen meine ich in diesem Fall nicht nur mehrtägige große Veranstaltungen in riesigen Messehallen, sondern etwa auch Events einzelner Hersteller, beispielsweise die Google I/O. Letztere fand erst kürzlich wieder statt. Es ist Googles Entwicklermesse, die den Schwerpunkt auf Software legt. 2015 erscheint mit Android M die nächste Version des Google-Mobilbetriebssystems. Auf der I/O gab es schon mal einen Vorgeschmack mit Neuerungen zur Bedienung sowie Integration von Sicherheitsstandards (Stichwort Fingerprint) besonders in Hinblick auf den Bezahldienst Android Pay. Außerdem wurden Brillo als Betriebssystem für IoT-Produkte und Google Fotos als vielversprechenden Konkurrenten für Apples Foto-Anwendung vorgestellt. Technikredakteure wie mich packt bei den genannten Ankündigungen die Neugier. Den (Feier-)Abend am PC zu verbringen, schnelle Berichterstattung abzuliefern – diesen Stress nehme ich dann schon mal gerne auf. Denn dieser Stress ist für mich im Großen und Ganzen positiv.

Wie empfindet aber der gemeine „Nicht-Techie“ ein Event wie die Google I/O – besonders 2015, indem es keine neue Hardware zu sehen gab und keine weitere Neuvorstellung aktuell so richtig greifbar ist? Vermutlich genervt, weil er oder sie mehr erwartet hatte und die Zeit lieber (verständlicherweise) sinnvoller genutzt hätte. Ist „genervt“ nicht irgendwo auch Stress – und zwar negativer!? Meiner Meinung nach ja.

Ich empfand nämlich erst kürzlich genauso, genauer waren es sehr gemischte Gefühle bezüglich Messen/Events. Denn in den vergangenen Wochen gab eine Veranstaltung der nächsten die Klinke in die Hand: So fand Ende Mai (25.-27.5.) die erste Asia-Ausgabe der CES statt, gefolgt von der bereits erwähnten Google I/O (28.-29.5.) und der Computex in Taipeh (2.-6.6.). Morgen startet Apple seine Hausmesse WWDC, bis nach einer kurzen Pause die Spielewelt gespannt auf die E3 wartet (16.-18.6.).

Während ich zu Beginn schrieb, dass für mich eine einzelne Messe positiv stressig ist, sorgen Messeneuheiten am Fließband für eine gewisse Reizüberflutung – für negativen Stress. (Das ist auch der Grund, warum ich in letzter Zeit wenig aktiv auf meinem Blog war.) Ich persönliche freue mich daher sehr auf eine kleine Messepause, bis es dann im Spätsommer/Herbst heiter weitergeht. Dann findet die Gamescom in Köln und die IFA in Berlin statt – beides spannende Messen, die ich in der Vergangenheit bereits ein paar Male besuchte. Wenn es soweit ist, gibt es hier natürlich einen Report – einen stressfreien, versteht sich.

Huawei Ascend P6 – alte Liebe rostet nicht

Berufsbedingt hatte ich schon einige Smartphones verschiedener Hersteller in meinen Fittichen. Privat ist meine Handy- beziehungsweise Smartphone-Laufbahn bis dato recht bescheiden. Es fing mit einem Nokia 1600 an – hier empfiehlt sich ein Blick auf einen schönen Retro-Artikel auf computerbild.de. Das Nokia wurde 2011 durch ein anderes Nokia ersetzt: durch das 6303i. Ich erinnere mich noch gut, dass mir das Handy sehr gefallen hat.

Dann schuf ich mir mein erstes Smartphone an. Das Samsung Galaxy S Plus war mein Eigen, da gab es schon den überaus erfolgreichen Nachfolger Galaxy S2 zu kaufen. Damals reichte mir das S Plus aber völlig aus. Ich spielte CyanogenMod als alternatives Betriebssystem auf. Erst mit neuen Android-Versionen und Anwendungen, die mehr Speicher und Prozessorleistung forderten, wuchs allmählich der Wunsch nach einem besseren Smartphone.

Es war Spätsommer 2013. Die bekannten Smartphone-Größen hatten ihre damaligen Topmodelle draußen. Doch sie waren für mich schlicht uninteressant. Ich entschied mich für ein Smartphone eines noch relativ jungen Mitstreiters, mein neues Smartphone wurde das Ascend P6 von Huawei. Ja, optisch erinnerte es stark an Apples iPhones 4 beziehungsweise 4S, doch es war größer (4,7 statt 4 Zoll) und merklich flacher. In der von mir gewählten schwarzen Variante verfügte es über eine Alu-Rückseite, der Rand war generell sehr dünn gehalten, sodass sich das Display bis fast an die Kante erstreckte. Man konnte von Liebe auf dem ersten Blick sprechen.

Die Ausstattung befand sich auf hohem Niveau, lediglich mangelnden LTE-Funk konnte man Huawei schon damals ankreiden. Heute, fast zwei Jahre nach Kauf und etlichen gemeinsamen Stunden mit dem P6 später, will ich nun mein persönliches Fazit ziehen. Denn während viele Tests mehr eine Momentaufnahme sind, fließen in mein Urteil monatelange Erfahrungen ein.

Musste mein P6 leiden? Ja! Hat es mich jemals richtig enttäuscht? Nein! Verfiel zwischenzeitlich der anfängliche Zauber um das P6? Schwierige Frage … Ich will mal so sagen: Spätestens, wenn ein neues Top-Smartphone erscheint und alle bisherigen Modelle in puncto Ausstattung und Schnelligkeit besiegt, gibt es neidische Blicke auf die Konkurrenz. Check. Wenn sich dann noch frische Gerätedesigns angenehmer in der Hand anfühlen, will man (ich) am liebsten sofort wechseln. Check. Und ja, solche Momente gab es viele. Check. Stopp!!

Auch wenn mir das Huawei Ascend P6 mehrfach (!) auf harte Kacheln gefallen ist, die unvorteilhafte Position der Kopfhörerbuchse dabei bereits deformierte und eine Kante sich leicht gelöst hat – das Smartphone funktioniert nach wie vor wie am ersten Tag. Bei einem iPhone oder Galaxy-Handy wäre sicherlich längst das Display gesprungen; oft genug las man solche Nutzererfahrungen in Blogs & Co.

Um die Überschrift dieser Kolumne zu verstehen, möchte ich von einem Ereignis erzählen, das zwei Monate zurückliegt. Vorweg: Ich bin nicht abergläubisch. Doch woran soll man bitte glauben, wenn einem die 32-Gigabyte-Speicherkarte (über 20 GB gefüllt) an einem Freitag, den 13., aus heiterem Himmel „abraucht“. Das Huawei selbst meldete nur, dass die Karte nicht mehr lesbar sei und ich sie formatieren sollte. Zu dem Zeitpunkt – fest entschlossen, demnächst ein neues Smartphone anzuschaffen – legte ich die microSD einfach zur Seite, hörte fortan keine MP3s übers Smartphone, gab mich meinen Schicksal hin …

Es sollte noch schlimmer kommen. Vor rund zehn Tagen – ich war gerade unterwegs – stoppte plötzlich, während ich Radio (wieder entdeckte Funktion, wenn man halt keine MP3s mehr hat) hörte, die Wiedergabe. Das Ascend P6 startete neu, direkt in den Download-Modus. Weil ich nichts „kaputt“ (noch kaputter) machen wollte, unterbrach ich den Prozess nicht. Nach einem weiteren Neustart hielt ich zu meiner Überraschung ein P6 im Werkszustand in den Händen. Alle Daten wutsch. WTF!!

Nie war der Wunsch nach einem neuen Smartphone größer, aber ich gab dem Huawei noch eine Chance, die letzte. Ich richtete also das Gerät neu ein. Die Huawei-Oberfläche, die ich zuvor mittels Launcher überdeckt hatte, erlebte ich dadurch neu. Und sie gefiel mir überraschend außerordentlich gut. Sie kommt ohne App-Übersicht daher und ähnelt damit der iPhone-Software. Überhaupt läuft das Ascend P6 seit dem ungewollten Neubeginn geschmeidiger denn je. Viele Daten waren glücklicherweise über mein Google-Konte und die Sim-Karte gespeichert. Und als Sahnehäubchen erkennt das Smartphone nun meine Speicherkarte wieder!

Neuerdings sieht man mich (wie gewohnt) mit In-Ear-Kopfhörer durch die Stadt ziehen. Ich bin glücklich, fast schon verliebt in mein neues altes Huawei Ascend P6. Es hat Narben und Kratzer, ja – doch ich betrachte sie als schöne Erinnerungen.

Windows 10 ohne WMC: Wenn alte Zöpfe plötzlich verschwinden

Während der ereignisreichen Microsoft Build 2015 und kurz danach gab es viele Neuigkeiten zum kommenden Betriebssystem Windows 10. Unter anderem will Microsoft das Windows Media Center (kurz WMC) einstellen. Das hat Gründe und Folgen. Ein Kommentar dazu.

Zunächst etwas zur Historie: Das WMC kam als Neuerung mit Windows XP beziehungsweise war Bestandteil vom 2003 erschienenen Windows XP Media Center Edition. Bis zum Release von Windows Vista gab es zwei größere Updates des WMC. Dann folgten Versionsupdates, die vorrangig die Software an damals neuen Technologien anpassten, etwa die Unterstützung von 16:10- und 16:9-Bildschirmen, von Satellitenfernsehen und des H.264-Codecs für HDTV. Das Windows Media Center sollte als Betriebssystem für Wohnzimmer-PCs dem Markt neuen Schwung geben – und Microsoft wollte davon profitieren. Blöd für den Software-Riesen war nur, dass die Windows-Nutzer dem Windows Media Center eher wenig Beachtung schenkten. Die mäßige Nutzung rechtfertigte nur geringe Ressourcen in die Entwicklung des Programms. Statt mit neuen Ideen und Funktionen dem Windows Media Center frischen Atem einzuhauchen und es wieder attraktiver zu machen, setzte es förmlich Staub an. Bei Windows 8 separierte Microsoft deshalb das WMC und bot es als Download an – anfangs kostenlos, später nahm das Unternehmen rund 10 Euro für die Software. Klar, dass das Interesse weiter sank.

Wie mit anderen mehr oder weniger würdevoll gealterten Microsoft-Programmen setzt der neue Microsoft-Chef und Steve-Ballmer-Nachfolger Satya Nadella bei Windows 10 die Schere scharf an, trennt alte Zöpfe und macht seine Vision zur Wirklichkeit: „Windows 10 ist nicht einfach ein neues Windows, sondern eine neue Generation von Windows“, läutete Nadella die Build-Konferenz ein. Starke Worte. Doch während es für den in Rente geschickten Internet Explorer mit Microsoft Edge bereits einen Erben gibt, bleibt das Windows Media Center ohne Nachfolger. Das Kritische dabei: Der Windows Media Player und das WMC sind software-seitig eng miteinander verknüpft. So liefert das Windows Media Center bestimmte Codecs, die der Windows Media Player mitbenutzt, aber selbst nicht enthält. Folglich kann Windows 10 mit Bordmitteln etwa Film-DVDs nicht wiedergeben. In Zeiten, in denen das Streamen von Multimedia-Inhalten immer mehr Verbreitung findet, ist der Schritt nachvollziehbar. Aber sicher nicht für jeden …

Vergisst Microsoft etwa seine Anhänger, die von Anfang an dabei waren, und deren Gewohnheiten es nun abrupt ändern will? Nein, zum Glück aller Beteiligten nicht. Denn Microsoft hat angekündigt, einen Ersatz bereit zu stellen. Damit ist jedoch kein WMC-Nachfolger gemeint, sondern die Möglichkeit, Film-DVDs wiederzugeben. Wann die kommt und was sie gegebenenfalls kostet, ließ das Unternehmen bislang offen. Bis zum Windows-10-Start ist ja auch noch etwas Zeit.

Windows 10 ist aller Wahrscheinlichkeit nach kein schlichter Fensterputz (Vorsicht, Wortspiel), sondern das nächste große Ding in der Software-Welt – davon bin ich schon jetzt überzeugt. Die vermutlich schwierigste Herausforderung dabei ist, das Gleichgewicht zu halten. Wie viel Bewährtes kann Microsoft wie stark modifizieren oder neu entwickeln, um neue Kunden zu gewinnen und treue Fans nicht zu vergraulen? Das Windows Media Center ist nur ein Beispiel, nur ein alter Zopf. Aufregend, wie wohl die fertige „Windows-10-Frisur“ ausschauen wird.

Apple Watch – ein Wearable auf Zeit

Viel wurde bereits über Apples neuestes (Must-have-)Produkt geschrieben. Reviews, Tests, Meinungen von Apple- und auch von Android-Nutzern. Und meist lautet der Tenor in etwa so: hübsches Spielzeug, aber zu teuer und zu wenig Nutzen. Ich hatte bereits eine Apple Watch am Handgelenk und stimme der vorigen Aussage in Teilen zu. Hier möchte ich aber auf einen weiteren, oft übersehenden Punkt eingehen – auf die Zeit.

Eins muss man Apple ja lassen: Ob MacBook, iPhone oder die neue Apple Watch – in puncto Design macht dem Hersteller so schnell keiner was vor. Die smarte Uhr ist wirklich ein schickes Accessoire und ein echter Blickfang. Ich hab mich beim Tragen der Apple Watch (die normale Variante und die Sport-Version) selbst erwischt, wie Gefühle des Verlangens über mich kamen. Zum Glück bin ich Realist genug, um mich davon nicht blenden zu lassen. Mindestens 400 Euro nimmt Apple für seine Watch, die ohne weiteres Apple-Gerät (iPhone oder iPad) kaum smarter als ist einer der trendigen Selfie-Sticks. Denn wie die mobilen Stative für Selbstporträts leistet die Apple Watch ohne gekoppeltes Smartphone nicht wesentlich mehr als ein herkömmlicher Chronometer. Dafür geht der Apple Watch nach nicht mal einem Tag die Puste aus und muss an die Ladestation. Wenig smart. Die Bedienung gelingt per Touchscreen oder der sogenannten Digital Crown. Ein geschickter Ansatz, wenngleich er nicht so intuitiv wirkt wie die Steuerung beim iPhone oder iPad. Auch wenig smart. Und dann gibt es bereits die ersten „Skandale“ um die Apple Watch: Scratchgate und Tattoogate, bei denen das Gehäuse – vor allem bei der normalen Apple Watch – besonders kratzanfällig und die Funktionalität des Wearables bei tätowierten Menschen eingeschränkt ist. Sie ahnen, was an dieser Stelle stehen sollte.

Wie anfangs geschrieben geht es hier aber weniger darum, ein Produkt schlecht zu machen. Die Apple Watch könnte tatsächlich DIE Smartwatch sein, die den ganzen Markt richtig in Schwung bringt und die aktuelle Fragmentierung in Fitness-Armbänder und Smartwatches auflöst. In der Vergangenheit gelang dies Apple mehrfach – mit dem iPod, dem iPhone und dem iPad. Warum also nicht auch bei der Apple Watch? Ich denke, Apples Plan wird aufgehen. Mit der Zeit. Beziehungsweise mit einer „Apple Watch 2“, die die Kinderkrankheiten der ersten Generation vergessen lässt. So betrachte ich die aktuelle Apple Watch als ein Wearable auf Zeit, das sicher seine Käufer findet, aber erst mit dem Nachfolger ein echter Erfolg wird.

Ich selbst bin übrigens Android-Nutzer; das sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Ich gestehe aber, dass ich von einigen Apple-Produkten angetan bin. Dennoch bleibe ich (vorerst) standhaft. Denn wenn ich für ein MacBook, iPhone oder eine Apple Watch ein kleines Vermögen ausgeben muss, erwarte ich halt auch ein perfektes Produkt. Wenn ich das vielleicht erst mit einer zweiten oder dritten Gerätegeneration bekomme, kann ich warten. Ich habe Zeit.

Mut für Neues

Hamburg, 25. April 2015: Draußen ist es schon lange dunkel, in meiner 2-Zimmer-Wohnung auch. Nur Monitor und Tastatur erleuchten die Umgebung. Um mich herum einsame Stille.

Die Situation ist optimal, (um klare Gedanken zu sammeln …), um meinen ersten Post in meinem neuen Blog zu schreiben.  Wer bin ich? Was mache ich? Und um was geht es hier in diesem Blog mit dem doch geheimnisvollen Namen?  Viele Fragen …

Mein Name ist Florian Schmidt, geboren und aufgewachsen im Großstadtdschungel: in Berlin. Dort wohne ich aber schon seit 2010 nicht mehr. Als interessierter Computer-Nutzer und leidenschaftlicher Zocker seit Kindertagen beschäftigte ich mich damals wie heute intensiv mit Technik. Super Nintendo, erste DOS-Erfahrungen, Windows 98 und das erste Mal ins Internet eingewählt: Diese riesige und sich stetig entwickelte Welt ist einfach faszinierend und fesselnd! Sie ist ein Teil von mir.

Genauso wie das Schreiben! Ich bin jemand, der seine Gedanken und Ideen lieber auf Papier schreibt oder eben ins Internet tippt, als große Reden zu schwingen. Klar, bin ich auch mal für ein Pläuschchen zu haben. Und in vielen Situationen ist das gesprochene Wort stärker als das geschriebene. Aber aus einfachen Buchstaben schöne Wörter zu formen, diese in kreative Sätze zu verpacken und aus denen einen zusammenhängenden Text mit rotem Faden zu kreieren, das lieber Leser, das ist die Kunst.

Wenn ich es mir also aussuchen könnte, wäre ich gern jemand, der über Technik schreibt. Und tatsächlich, das tue ich beruflich für ein namhaftes Unternehmen. Hier in diesem Blog soll es ab sofort auch technisch zur Sache gehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: eigener Stil, eigene Formate, eine Eigenentwicklung. Oder anders formuliert: keine fragwürdigen Vorgaben, kein Stillstand. Kein klassischer Neubeginn, sondern viel mehr der Mut für Neues!

Starten möchte ich mit einer Kolumne, die wöchentlich erscheinen soll. Weitere Projekte sind in der Planung. Achso: Das mit dem Berliner Freigeist sollte ja nun klar sein. Oder!?