Meine E3-Highlights 2015

Wer ist vielleicht noch nicht wusste: Die amerikanische und global wohl wichtigste Spiele-Messe E3 ist ausschließlich für Fachbesucher – das deutsche Gegenstück, die Gamescom (6.-9.8.2015), hingegen öffnet auch für Cosplayer und Zocker. Erfahrungsgemäß zünden die Spieleschmieden auf der E3 ein wahres Feuerwerk an Neuheiten und Ankündigungen. So auch dieses Jahr. Meine Highlights …

… berühren mich zu 50 Prozent gar nicht erst! Doch zwei meiner insgesamt vier Highlights sind so bedeutend, dass ich sie trotzdem zu den E3-Höhepunkten zähle. Beide sind zudem keine Spiele, sondern Hard- beziehungsweise Software. Anfassbar und damit Hardware im klassischen Sinn sind die neuen Grafikkarten von AMD. Davon gab es gleich zwei frische Produktserien: nämlich den dem Namen nach R7/9-200er-Nachfolger, die R7/9-300er-Reihe, sowie die R9 Fury getauften Oberklassemodelle. Während erstgenannte alte Chips mit neuen Namen, leicht erhöhten Taktraten und teils mehr Speicher sind, ist R9 Fury der wahre Geniestreich. Erstmals setzt AMD auf die Speichertechnik HBM statt GDDR5 und strebt damit eine erhöhte Bandbreite an. Toll ist außerdem, dass entsprechende Grafikkarten vergleichsweise kurz ausfallen werden. Mit der angekündigten R9 (Fury) Nano will der Hersteller gerade mal 15 Zentimeter kurze Pixelbeschleuniger bauen – optimal für kompakte Gaming-Maschinen. So faszinierend wie ich die neuen Grafikkarten einerseits finde, genauso lassen sich mich andererseits kalt. Denn mit meinem aktuellen Modell (R9-280X) bin ich noch zufrieden, zudem will ich nach längerer Nvidia-Pause bei der nächsten Grafikkarte zu einer grünen greifen.

Auch superspannend: Microsoft macht seine aktuelle Spielekonsole Xbox One abwärtskompatibel! Ältere Xbox-360-Spiele werden sich auf der neuen Konsole wiedergeben lassen. Eine echte Knallermeldung – und ein Seitenhieb gegen Sony: PlayStation-4-Zocker träumen weiterhin auf eine ähnliche Ankündigung für ihre Lieblingskonsole. Warum mich das aber leider nicht wirklich kümmert? Ich bin PC-Spiele. Eine aktuelle Konsole besitze ich nicht. Und daran wird sich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit nichts ändern.

Die 50 Prozent beziehungsweise die zwei E3-Highlights, auf die ich mich besonders freue, heißen „Anno 2205“ und „Hitman“. Beide verbindet eine tolle Präsentation auf der E3. Beide sind jeweils der sechste Teil der Serie. Beide bieten auf ihre Art und Weise eine unglaubliche Spieltiefe. Beide sind eher so Spiele, die kaum jemand auf den Zettel hat und die dann mit Gameplay, Story und/oder Technik in Tests glänzen. Und das Beste: Beide sollen noch in diesem Jahr erscheinen. Auf welchen der beiden Titel ich mich am meisten freue? „Hitman“! Die Macher wollen die Spieleserie um den eiskalten Auftragskiller neu starten. Alles auf Anfang, alles anders: eine offene und stetig wachsende Spielwelt, Duelle mit anderen Spielern übers Internet. Der Spieleserie tut das sicher gut, auch wenn eine Fortsetzung mit weniger drastischen Änderungen bestimmt genauso positiv von den Fans aufgenommen würde.  Die Aufbausimulation „Anno 2205“ schickt den Spieler auf Entdeckungsreise zum Mond, der dem Trailer nach besiedelbar ist. Das Zukunftsszenario kam schon beim Vorgänger „Anno 2070“ gut an und hat dank des größeren Zeitsprungs mehr Spielraum für abgefahrene Technologien innerhalb der Simulation.

Beide Spiele sind übrigens vorbestellbar — dazu habe ich mich allerdings noch nicht hinreizen lassen. Vorher möchte ich mehr sehen, und übe mich bis dahin in Geduld. Die Gamescom, die anders als die E3 nicht Fachbesuchern vorbehalten ist, startet ja schon bald.

:-) :-) :-)

Messen stressen …

Wer die Überschrift liest und nun meint, ich lästere über traditionelle Technikmessen wie CeBIT, IFA & Co., irrt. Zum einem gibt es mehrere Perspektiven zu einer Messe – als Besucher, als Journalist, als Aussteller, als Veranstalter, die vor Ort staunen, berichten, präsentieren, werben; jede genannte Gruppe hat eine andere Zielsetzung. Zum anderen bestimmen Messethema beziehungsweise -trends sowie die Fülle an Neuheiten wesentlich den Stressfaktor und das Fazit. War Messe XY relevant genug? Lohnt es sich, im nächsten Jahr erneut den Stress um eine bestimmte Messe auf sich zu nehmen? Weil mit der letzten Frage Substantiv und Verb aus der Überschrift gefallen sind, ist es an der Zeit, dass die Kolumne beginnt.

Vorweg: Mit Messen meine ich in diesem Fall nicht nur mehrtägige große Veranstaltungen in riesigen Messehallen, sondern etwa auch Events einzelner Hersteller, beispielsweise die Google I/O. Letztere fand erst kürzlich wieder statt. Es ist Googles Entwicklermesse, die den Schwerpunkt auf Software legt. 2015 erscheint mit Android M die nächste Version des Google-Mobilbetriebssystems. Auf der I/O gab es schon mal einen Vorgeschmack mit Neuerungen zur Bedienung sowie Integration von Sicherheitsstandards (Stichwort Fingerprint) besonders in Hinblick auf den Bezahldienst Android Pay. Außerdem wurden Brillo als Betriebssystem für IoT-Produkte und Google Fotos als vielversprechenden Konkurrenten für Apples Foto-Anwendung vorgestellt. Technikredakteure wie mich packt bei den genannten Ankündigungen die Neugier. Den (Feier-)Abend am PC zu verbringen, schnelle Berichterstattung abzuliefern – diesen Stress nehme ich dann schon mal gerne auf. Denn dieser Stress ist für mich im Großen und Ganzen positiv.

Wie empfindet aber der gemeine „Nicht-Techie“ ein Event wie die Google I/O – besonders 2015, indem es keine neue Hardware zu sehen gab und keine weitere Neuvorstellung aktuell so richtig greifbar ist? Vermutlich genervt, weil er oder sie mehr erwartet hatte und die Zeit lieber (verständlicherweise) sinnvoller genutzt hätte. Ist „genervt“ nicht irgendwo auch Stress – und zwar negativer!? Meiner Meinung nach ja.

Ich empfand nämlich erst kürzlich genauso, genauer waren es sehr gemischte Gefühle bezüglich Messen/Events. Denn in den vergangenen Wochen gab eine Veranstaltung der nächsten die Klinke in die Hand: So fand Ende Mai (25.-27.5.) die erste Asia-Ausgabe der CES statt, gefolgt von der bereits erwähnten Google I/O (28.-29.5.) und der Computex in Taipeh (2.-6.6.). Morgen startet Apple seine Hausmesse WWDC, bis nach einer kurzen Pause die Spielewelt gespannt auf die E3 wartet (16.-18.6.).

Während ich zu Beginn schrieb, dass für mich eine einzelne Messe positiv stressig ist, sorgen Messeneuheiten am Fließband für eine gewisse Reizüberflutung – für negativen Stress. (Das ist auch der Grund, warum ich in letzter Zeit wenig aktiv auf meinem Blog war.) Ich persönliche freue mich daher sehr auf eine kleine Messepause, bis es dann im Spätsommer/Herbst heiter weitergeht. Dann findet die Gamescom in Köln und die IFA in Berlin statt – beides spannende Messen, die ich in der Vergangenheit bereits ein paar Male besuchte. Wenn es soweit ist, gibt es hier natürlich einen Report – einen stressfreien, versteht sich.

Windows 10 Build 10130: Neue Einblicke ins System

Windows 10 Build 10130
Windows 10 Build 10130: Sprachassistent Cortana funktioniert nun per Tastenkürzel und die Taskbar ist standardmäßig nicht „global“.

Über die Update-Funktion in Windows 10 hat Microsoft kürzlich eine frische Version des kommenden Windows-8-Nachfolgers veröffentlicht. Die bietet einige Neuerungen.

Das Startmenü lässt sich umfangreicher individualisieren, etwa im Vollbild-Modus ausführen und welche Verknüpfungen neben dem Power-Button erscheinen. Darüber hinaus integriert Microsoft zahlreiche neue Programmicons, um Versionen für Mobile und Desktop optisch anzugleichen. Die sogenannte Jump List (Rechtsklick) bekommt eine an das Betriebssystem angepasste Optik spendiert. Weiterhin implementiert Microsoft Cortana in den neuen Browser Edge; der Sprachassistent ist übrigens jetzt per Tastenkürzel startbar – einfach Windows-Taste und C drücken. Cortana, Favoriten und Leseliste lassen sich in Edge per Pin-Funktion am Rand dauerhaft anheften. Nach einer Testphase ist die Taskbar nun standardmäßig an einem Gerät gekoppelt – lässt sich aber auch „global“ (an anderen verwendeten Windows-10-Geräten) übertragen. Alle weiteren Neuerungen hat Microsoft in einem Blogeintrag zusammengefasst.

Meine Meinung: Mir gefällt gut, dass Microsoft die Nutzer bei der Entwicklung des Betriebssystems mit einbezieht – die aktuelle Build 10130 bietet interessante Neuerungen. Ich selbst will Windows 10 aber erst in fertiger Version ausprobieren. Sofern man überhaupt von „fertig“ sprechen kann: Microsoft will ja bekannterweise regelmäßig per Update am Betriebssystem arbeiten.

Neues Topmodell bei den APUs: AMD A10-7870K

AMD A10-7870K – Vergleich
Im Vergleich zum Vorgänger (Mitte) bietet der neue A10-7870K von AMD mehr Takt bei CPU und GPU.29

„Godavari“ was!? Das ist die Bezeichnung der neuen APU von AMD. Der Kombi-Prozessor  (CPU und GPU) A10-7870K beerbt den A10-7850K (Codename Kaveri). Die Neuerungen beschränken sich im Wesentlichen auf Taktanpassungen. Der neue arbeitet mit 3,9 Gigahertz (GHz) Basistakt und boostet seine vier Rechenkerne auf maximal 4,1 GHz. Das entspricht einem Plus von 200 respektive 100 Megahertz im Vergleich zum A10-7850K. Bei der integrierten R7-Grafik (unterstützt DirectX 12 und Mantle, laut AMD) erhöht sich der Takt von 720 auf 866 Megahertz. Nach Herstellerangaben handelt es sich beim A10-7870K um die erste 1-Teraflops-APU. Für mehr Leistung erlaubt der Quad-Core-Prozessor, per Multiplikator den Takt zu erhöhen. Trotz der erhöhten Taktraten gegenüber den Vorgänger bleibt die maximale TDP bei 95 Watt. Arbeitsspeicher wird offiziell bis DDR3-2133 unterstützt – ebenfalls keine Verbesserung zum A10-7850K. AMDs neuer A10-7870K ist ab sofort für 137 US-Dollar erhältlich.

Meine Meinung: In Sachen APU bietet AMD das bessere Produkt – und erhöht jetzt sogar den Abstand mit dem A10-7870K. Wer einen günstigen Allrounder zusammenschrauben will, findet kaum eine gleichwertige und ebenso günstige Alternative (von Intel). Respekt, AMD!

Nvidias Geforce GTX 980 Ti: Gerät gesichtet, GPU-Z-Details geleakt

Update (26. Mai 2015): GPU-Z-Screenshot geleakt
Die Spatzen pfeifen ist bereits von den Dächern: Schon sehr bald enthüllt Nvidia die Geforce GTX 980 Ti, der 6 Gigabyte VRAM und einem im Vergleich zur Titan X beschnittenen Chip nachgesagt werden. Ein nun veröffentlichter Screenshot des Diagnosetools GPU-Z listet weitere Details auf, darunter die Shader-Anzahl und die anliegenden Taktraten. Letztere belaufen sich wohl auf 1.000 Mhz, 1.075 MHz und 3.500 MHz für den GPU-Basistakt, den Boost und den Speicher. Die Werte für Rasterendstufen und Textureinheiten sind verdeckt, scheinen von GPU-Z nicht korrekt ausgelesen zu werden, so hwbattle.com. Klarheit gibt es bei der Anzahl der Shader-Einheiten. Davon sind 2.816 offenbar an Bord, was auf 22 SMM schließen lässt. Der große Bruder Titan X hat 22 SSM respektive 3.072 Shader-Kerne. Ferner heißt es, die GTX 980 Ti könnte wie die GTX 970 eine gehemmte Speicheranbindung haben – also dass nur ein bestimmter Teil des 6-GB-Speichers schnell angebunden ist. Was an der Vermutung dran ist, wird sich zeigen. Nvidia versprach nach dem GTX-970-Debakel eine nicht missverständliche Kommunikation an Presse und Endkunden.

Original-Meldung vom 23. Mai 2015

Nvidia Geforce GTX 980 Ti
Typischer Kühler: Aber die Technik der Geforce GTX 980 Ti ist eh viel spannender.

Gute Nachricht für Nvidia-Fans, schlechte für AMDs neuer bislang nicht veröffentlichter Top-Grafikkarte namens Fiji: Der Start des großen Bruders der Geforce GTX 980 steht offenbar kurz bevor. Laut Videocardz bringt Nvidia seine Geforce GTX 980 Ti bereits in den kommenden Wochen heraus. Weil schon Fotos von der Grafikkarte aufgetaucht sind, dürfte die Vermutung stimmen. Technisch bietet die Geforce GTX 980 Ti wohl einen beschnittenen GM200-Chip mit 2.816 Shader-Einheiten, dem den Anschein nach 6 Gigabyte GDDR5-Grafikspeicher zur Seite stehen. Den Bildern zufolge spart sich Nvidia erneut eine Backplate, die für Stabilität und Kühlung sorgen könnte. Auch ersichtlich sind die Stromanschlüsse: Je ein 8- und 6-poliger Stecker sind zum Betrieb nötig. In puncto Preis sind 750 bis 800 US-Dollar im Gespräch.

Meine Meinung: Heißes Teil zum gepfefferten Preis! Aber ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass sich die Kunden für eine Geforce GTX 980 Ti die Beine in den Bauch stehen werden – bezüglich der Grafikpower vermutlich zurecht.

Elephone P8000: Octa-Core-Smartphone unter 200 Euro

Elephone P8000
Sieht schick aus, hat massig Power unter der Haube und dürfte ein harter Widersacher für Samsung, Apple & Co. werden: das Elephone P8000.

Ein brandneues Galaxy S6 von Samsung kostet mindestens 550 Euro (Stand: Ende Mai 2015). Der chinesische Handyhersteller Elephone zeigt mit dem P8000 (Modell MT6752 oder MT6753), dass Premium-Ausstattung nicht gleich Premium-Preis bedeuten muss. Für umgerechnet 191 Euro erhalten Käufer des Elephone P8000 ein Smartphone mit 5,5-Zoll-Display (Full HD, rund 450 ppi), 64-Bit-fähigem Octa-Core-CPU und 2 (MT6752) respektive 3 Gigabyte (MT6753) Arbeitsspeicher. Der 16 GB große Datenspeicher ist mittels microSD erweiterbar. Bei der Kameraausstattung varrieren die Angaben: Beim Modell MT6752 scheinen eine 16- (für Fotos) und 8-Megapixel-Kamera (für Selfies) verbaut zu sein. Im MT6753 steckt den Angaben nach ein Sony-Sensor mit 13 Megapixel. Gleich sind hingegen die unterstützten Funkverbindungen: LTE, Bluetooth 4.0, NFC und WLAN-n sind an Bord. Zudem ist eine Dual-SIM-Funktion vorhanden. Mit 4.200 Milliamperestunden fällt der Akku relativ üppig aus. Android ist in der aktuellen Version 5.1 installiert.

Meine Meinung: Liest sich super – aber hält die Technik am Ende das, was sie verspricht? Kann Elephone den sehr günstigen Preis für Kunden in Deutschland stabil halten? Wenn beide Fragen positiv beantworten werden können, dann haben wir es beim P8000 mit einem ernstzunehmenden Herausforderer für die Galaxys und iPhones dieser (Smartphone-)Welt zutun.

Biostar Gaming Z170X4: Erstes Skylake-Mainboard

Biostar Gaming Z170X4
Allen Anschein nach das erste Skylake-Mainboard: das Biostar Gaming Z170X4.

Überraschung: Eigentlich werden zur Technikmesse Computex (2.-6.6.2015, Taipei) Intels Broadwell-Prozessoren für Desktop-Systeme erwartet. Mainboard-Hersteller Biostar hat vorab angekündigt, schon eine Hauptplatine für die darauffolgende Chip-Generation vorzustellen. Das Board heißt Biostar Gaming Z170X4 und verwendet den Oberklasse-Chipsatz Z170.  Der wiederum soll mit 20 sogenannten Lanes deutlich mehr bieten als der Vorgänger (8 Lanes) und so eine optimale Anbindung für moderne PCIe- oder M.2-SSDs ermöglichen. Im Produktfoto fehlt dem Biostar Gaming Z170X4 noch jegliche Kühlung – um den Spannungswandlern und auf dem Chipsatz. Näheres gibt es dann vor Ort auf der Computex 2015 zu sehen.

Meine Meinung: Toll, dass Intel Skylake und zugehörige Chipsätze anscheinend jetzt schon Fahrt aufnehmen. Weitere Hersteller wie Asus, MSI und Gigabyte dürften sicher bald folgen. Und wer weiß: Vielleicht erscheinen die Skylake-Chips doch noch im Sommer.

Radeon-300-Serie: AMD betreibt Rebranding

AMD Radeon 300 Series
Die Liste ist weder offiziell noch bestätigt, liefert dennoch Infos zum Rebranding der Radeon-300-Serie.

Einige AMD-Grafikkarten der Radeon-300-Serie für den OEM-Markt sind bereits bekannt; hier vergibt der Hersteller nur neue Namen für alte Chips. Beispielsweise feiert die R9-285 als R9-380 („Tonga Pro“) ihr Wiedersehen. Anpassungen an den Taktraten sind zwar denkbar, der Grafikchip bleibt aber der gleiche. Dies gilt für weitere bereits erhältliche Grafikkarten, etwa für die R9-370 und R9-350 (ehemals R9-270X respektive R7-250). Spannend bleibt die Frage nach der Bezeichnung für die alten Modelle R9-290(X). Denn deren genauen Namen verrät die Übersicht von videocardz.com nicht. Für diese Grafikkarten sieht die Quelle dafür standardmäßig 8 Gigabyte VRAM vor – die entsprechenden Vorgänger nutzen die Hälfte, nur einige Custom-Designs von Board-Partnern spendieren ebenfalls satte 8 GB Grafikspeicher. Da wohl Chip- und Speichertaktraten steigen, hat AMD einige Optimierungen vorgenommen. Weiterhin bleibt offen, ob Fiji tatsächlich als R9-390(X) debütiert oder nicht. Jüngste Meldungen gehen davon aus, dass AMD ähnlich wie Nvidia mit seiner Titan-Reihe ein neues Segment mit Oberklasse-Grafikkarten etabliert – natürlich mit eigenem (stark klingendem) Namen. Übrigens: Auch bei den Grafikchips für Notebooks & Co. betreibt AMD anscheinend Rebranding mit der Radeon-M300-Serie.

Meine Meinung: Sogenanntes Rebranding stufe ich persönlich als Täuschungsversuch an potenzielle Kunden ein. AMD ist damit aber nicht allein … Hier sollten die entsprechenden Hersteller dringlich den Weg der klaren Kommunikation wählen. Und mal im Ernst: Ein alter Grafikchip ist ja nicht per se schlecht. Wozu braucht er bitte im Folgejahr einen neuen Namen!?

Biostar Hi-Fi A68U3P: Mainboard für 49 USD

Biostar Hi-Fi A68U3P
Für einfache Office-PC oder als günstige Spieleplattform: das Biostar Hi-Fi A68U3P.

Günstige Micro-ATX-Mainboards wie das neue Biostar Hi-Fi A68U3P bieten meist eine Ausstattung, die für das Nötigste genügt. Zwei Besonderheiten heben die Hauptplatine von Biostar von anderen Modellen ab. Die „Super LAN Surge Protection“-Funktion (kurz: SLSP) soll die Netzwerkbuchse des Mainboards vor elektrischen und optischen Störfrequenzen schützen. Zudem gewährleistet sie laut Hersteller eine erhöhte elektrische Stabilität. Beides dürfte vor allem jungen Online-Zockern gefallen, die sich für vergleichsweise wenig Geld eine permanent gute Internetverbindung wünschen. Die zweite Besonderheit: Unterstützung für AMDs Dual-Graphics-Technologie, um eine dedizierte Grafikkarte mit der Leistung eines im Hauptprozessor integrierten Grafikchips zu kombinieren. Denn beim Biostar Hi-Fi A68U3P handelt es sich um ein Mainboard mit Sockel FM2+; es nimmt APUs von AMD auf. Die Hauptplatine kostet 49 US-Dollar, alle technischen Details gibt es auf der Herstellerseite.

Meine Meinung: Ich selbst nutze ein Micro-ATX-Mainboard, denn die gebotenen Steckplätze reichen in der Regel für alles aus. Außerdem sind sie in der Regel günstiger als die großen (Standard-)Modelle ATX.
Biostar kennt man von früher als Mainboard-Geheimtipp. Ist das noch wahr, dürfte das Biostar Hi-Fi A68U3P kein schlechtes Produkt zu. Der Preis scheint mir sehr fair.

Huawei Ascend P6 – alte Liebe rostet nicht

Berufsbedingt hatte ich schon einige Smartphones verschiedener Hersteller in meinen Fittichen. Privat ist meine Handy- beziehungsweise Smartphone-Laufbahn bis dato recht bescheiden. Es fing mit einem Nokia 1600 an – hier empfiehlt sich ein Blick auf einen schönen Retro-Artikel auf computerbild.de. Das Nokia wurde 2011 durch ein anderes Nokia ersetzt: durch das 6303i. Ich erinnere mich noch gut, dass mir das Handy sehr gefallen hat.

Dann schuf ich mir mein erstes Smartphone an. Das Samsung Galaxy S Plus war mein Eigen, da gab es schon den überaus erfolgreichen Nachfolger Galaxy S2 zu kaufen. Damals reichte mir das S Plus aber völlig aus. Ich spielte CyanogenMod als alternatives Betriebssystem auf. Erst mit neuen Android-Versionen und Anwendungen, die mehr Speicher und Prozessorleistung forderten, wuchs allmählich der Wunsch nach einem besseren Smartphone.

Es war Spätsommer 2013. Die bekannten Smartphone-Größen hatten ihre damaligen Topmodelle draußen. Doch sie waren für mich schlicht uninteressant. Ich entschied mich für ein Smartphone eines noch relativ jungen Mitstreiters, mein neues Smartphone wurde das Ascend P6 von Huawei. Ja, optisch erinnerte es stark an Apples iPhones 4 beziehungsweise 4S, doch es war größer (4,7 statt 4 Zoll) und merklich flacher. In der von mir gewählten schwarzen Variante verfügte es über eine Alu-Rückseite, der Rand war generell sehr dünn gehalten, sodass sich das Display bis fast an die Kante erstreckte. Man konnte von Liebe auf dem ersten Blick sprechen.

Die Ausstattung befand sich auf hohem Niveau, lediglich mangelnden LTE-Funk konnte man Huawei schon damals ankreiden. Heute, fast zwei Jahre nach Kauf und etlichen gemeinsamen Stunden mit dem P6 später, will ich nun mein persönliches Fazit ziehen. Denn während viele Tests mehr eine Momentaufnahme sind, fließen in mein Urteil monatelange Erfahrungen ein.

Musste mein P6 leiden? Ja! Hat es mich jemals richtig enttäuscht? Nein! Verfiel zwischenzeitlich der anfängliche Zauber um das P6? Schwierige Frage … Ich will mal so sagen: Spätestens, wenn ein neues Top-Smartphone erscheint und alle bisherigen Modelle in puncto Ausstattung und Schnelligkeit besiegt, gibt es neidische Blicke auf die Konkurrenz. Check. Wenn sich dann noch frische Gerätedesigns angenehmer in der Hand anfühlen, will man (ich) am liebsten sofort wechseln. Check. Und ja, solche Momente gab es viele. Check. Stopp!!

Auch wenn mir das Huawei Ascend P6 mehrfach (!) auf harte Kacheln gefallen ist, die unvorteilhafte Position der Kopfhörerbuchse dabei bereits deformierte und eine Kante sich leicht gelöst hat – das Smartphone funktioniert nach wie vor wie am ersten Tag. Bei einem iPhone oder Galaxy-Handy wäre sicherlich längst das Display gesprungen; oft genug las man solche Nutzererfahrungen in Blogs & Co.

Um die Überschrift dieser Kolumne zu verstehen, möchte ich von einem Ereignis erzählen, das zwei Monate zurückliegt. Vorweg: Ich bin nicht abergläubisch. Doch woran soll man bitte glauben, wenn einem die 32-Gigabyte-Speicherkarte (über 20 GB gefüllt) an einem Freitag, den 13., aus heiterem Himmel „abraucht“. Das Huawei selbst meldete nur, dass die Karte nicht mehr lesbar sei und ich sie formatieren sollte. Zu dem Zeitpunkt – fest entschlossen, demnächst ein neues Smartphone anzuschaffen – legte ich die microSD einfach zur Seite, hörte fortan keine MP3s übers Smartphone, gab mich meinen Schicksal hin …

Es sollte noch schlimmer kommen. Vor rund zehn Tagen – ich war gerade unterwegs – stoppte plötzlich, während ich Radio (wieder entdeckte Funktion, wenn man halt keine MP3s mehr hat) hörte, die Wiedergabe. Das Ascend P6 startete neu, direkt in den Download-Modus. Weil ich nichts „kaputt“ (noch kaputter) machen wollte, unterbrach ich den Prozess nicht. Nach einem weiteren Neustart hielt ich zu meiner Überraschung ein P6 im Werkszustand in den Händen. Alle Daten wutsch. WTF!!

Nie war der Wunsch nach einem neuen Smartphone größer, aber ich gab dem Huawei noch eine Chance, die letzte. Ich richtete also das Gerät neu ein. Die Huawei-Oberfläche, die ich zuvor mittels Launcher überdeckt hatte, erlebte ich dadurch neu. Und sie gefiel mir überraschend außerordentlich gut. Sie kommt ohne App-Übersicht daher und ähnelt damit der iPhone-Software. Überhaupt läuft das Ascend P6 seit dem ungewollten Neubeginn geschmeidiger denn je. Viele Daten waren glücklicherweise über mein Google-Konte und die Sim-Karte gespeichert. Und als Sahnehäubchen erkennt das Smartphone nun meine Speicherkarte wieder!

Neuerdings sieht man mich (wie gewohnt) mit In-Ear-Kopfhörer durch die Stadt ziehen. Ich bin glücklich, fast schon verliebt in mein neues altes Huawei Ascend P6. Es hat Narben und Kratzer, ja – doch ich betrachte sie als schöne Erinnerungen.

Technik im Allgemeinen & PC-Hardware im Speziellen